Natürlich durfte im geistlichen Teil auch das bekannte "Locus iste" von Anton Bruckner nicht fehlen. Klanggewaltig und voll Spannung gesungen, folgten zwei weitere Bruckner-Kompositionen.
Nach der Pause kamen dann die weltlichen Lieder an der Reihe - buntgemischt und vielseitig. War das sehnsuchtsvolle "Come again, sweet love" von John Dowland äußerst gefühlvoll dargebracht, glänzte der Chor im "Echolied" von Orlando di Lasso durch seine hochartifizielle Dynamik. Danach zeigten vier junge Sänger als Solisten ihr Können: Glockenhell intonierten sie, begleitet am Klavier von Roland Büchner, Lieder wie "Sehnsucht nach dem Frühling" von Mozart oder den "Frühlingsgruß" des Romantikers Robert Schumann.
Die Vielseitigkeit des Chores zeigte sich auch im weiteren Verlauf des Konzertes: War bei Bruckner eher ein dichter Klang - feierlich und getragen - verlangt, überzeugten die Domspatzen in dem fünfstimmigen Lied "Dat du min Leevsten büst" von Hellmut Wormsbächer durch eine wunderbare Transparenz. Unisono-Stellen, wie in dem schottischen Traditional "Loch Lomond", waren von einer Präzision und Klarheit, die das hohe Niveau der Regensburger Domspatzen dokumentierten. Ihre Bandbreite stellten sie auch mit dem gefühlvollen Beatles-Klassiker "Michelle" unter Beweis. Das Volkslied "Muss i denn zum Städtele hinaus" erklang zum Schluss, doch das begeisterte Publikum entließ die Regensburger Domspatzen erst nach zwei Zugaben.
Fränkischer Tag vom 04.05.99
Die Domspatzen bei einem Konzert im Audimax